Archiv der Kategorie: Turnier

“Jung gegen Alt” – Turnier 2022

Am 20.05 konnten wir nach langer covid-19-bedingter Pause endlich mal wieder ein SV Mattnetz Berlin Vereinsturnier im Kiezklub in Baumschulenweg in unserem berüchtigten “Jung gegen Alt” Format veranstalten.
An 15 Brettern kämpften die jungen Spieler als klare Underdogs gegen die siegessicheren Alten um jeden halben Punkt. Nach den angesetzten zwei Runden im Schnellschachmodus mussten sie sich jedoch tapfer mit 19 zu 11 geschlagen geben. Dabei gab es allerdings manche Überraschung. So setzten sich einige der kleineren Nachwuchsspieler wie Paul oder Erik sensationell gegen ihre weitaus erfahrenen Kontrahenten durch. Auch Malina konnte ihren Trainer Richard nach einer spannenden Partie bezwingen. Andere, wie z.B. Justus, holten immerhin einen halben Punkt.

vereinzelt wurde sich am Smartphone vorbereitet

Nach dem Turnier wurde dann noch gut gegessen! Ermöglicht durch das von allen Seiten mitgebrachte Proviant und Grillmeister Mike, der im Akkord für Verpflegung sorgte.

am Grill ist alles unter Kontrolle
Nachbesprechung des Sieges bei den Alten

Vielen Dank für eure zahlreiche Teilnahme und wir freuen uns auf eine Revanche im nächsten Jahr!
Weitere Bilder zum Turnier Jung gegen Alt findet ihr in unserem Bilderarchiv.

Berliner Einzelmeisterschaft 2022

Vom 15.04.22 – 23.04.22 findet die Berliner Einzelmeisterschaft 2022 (M-Klasse) und das Qualifikationsturnier statt und die ersten 8 Bretter der M-Klasse werden von unserem Verein und der Firma Chessbase Live übertragen.
Die Übertragung beginnt täglich um 16:00 Uhr, am 23.04.22 bereits um 11:00 Uhr.

Klickt hier um auf die Live Übertragungsseite von Chessbase zu gelangen.

WIr haben alles verkabelt und sind bereit für die Berliner Einzelmeisterschaft 2022.
WIr haben alles verkabelt und sind bereit für die Berliner Einzelmeisterschaft 2022.

Hier könnt ihr euch alle Partien der ersten 8 Bretter der
Berliner Einzelmeisterschaft 2022 herunterladen.
PGN DateiCBV Datei

Natürlich sind auch vom SV Mattnetz Berlin einige Spieler dabei.
In der M-Klasse spielen:

Und im Qualifikationsturnier zur M-Klasse sind dabei:

Mit einem Klick auf die folgenden Verlinkungen gelangt ihr zur Turnierseite der M-Klasse bei Chess Results, zur Turnierseite des Qualifikationsturniers bei Chess Results und zur Website des Berliner Schachverband.

Werde Mitglied beim geilsten Schachverein in Berlin dem SV Mattnetz Berlin e.V.
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Möchtest Du Mitglied beim SV Mattnetz Berlin werden – klicke auf unseren Fanschal!

Turnierschach wird wiederbelebt!

Am Freitag den 8.April begann für einige Mattnetzer das erste Schachturnier des Jahres und für andere Mattnetzer das erste Schachturnier des Jahrzehnts – die DSAM Vorrunde in Potsdam.
Für diejenigen die es vielleicht noch nicht wissen – die DSAM ist eine Turnierserie bestehend aus normalerweise 7 Vorrunden und dem Finale.
In jeder Vorrunde kämpfen die Teilnehmer, in den Gruppen A-G nach Spielstärke unterteilt, um einen der 7 Qualifikationsplätze für das Finale.

Wir waren bei diesem Turnier der am stärksten repräsentierte Verein. Es haben insgesamt 12 Mattnetzer den Weg nach Potsdam gefunden. Auf dem Weg dahin hat sich uns noch Nils Mattiß angeschlossen, ein guter Kumpel von Max T.
Wie ich später herausgefunden habe auch ein zu mir gleichaltriger Student, der das selbe Studienfach an der selben Uni belegt!
Es stellte sich heraus, dass diese DSAM das erste Normalschach Turnier überhaupt für Nils war. Als Vereinsloser ohne DWZ nahm er in der Gruppe G teil.
Im Folgenden führen wir ihn als Mattnetzer mit. Angekommen in Potsdam fanden wir uns erstmal in der Gruppe zusammen und machten ein Foto.

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DSAM 2022 – los geht’s in Potsdam

Am Freitag sowie Samstag wurden je zwei Runden gespielt – am Sonntag eine. Der erste Tag, war für Mattnetz sehr erfolgreich. Wir holten 8,5/13 in der ersten und 8/13 in der zweiten Runde. Dabei gab es noch keine Vereinspaarung(!) und jeder hat mindestens eine Partie gewonnen.
Malina und ich konnten sogar beide Partien für sich entscheiden, obwohl wir in beiden Runden gegen nominell stärkere Spieler antreten mussten.
Aber ich muss gestehen eigentlich hatte sich meine Gegnerin in der ersten Runde gegen mich fast durchgesetzt gehabt. Sie war lediglich ein kleines bisschen zu siegessicher und spielte mit Weiß Turm e1 nach e4 (mit der Drohung Th4). Dabei ließ Sie mich als Schwarzer in dieser Stellung zum Zug kommen, wodurch die Partie zu meinem Gunsten kippte.
Was hab ich hier gespielt?

Schwarz am Zug gewinnt!
Schwarz am Zug gewinnt!
Lösung

…Dd2

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Jeder der schon mal Turniere mit solchen Doppelrunden gespielt hat weiß, dass ist kein entspannter Urlaub! Nach der zweiten Runde des Tages geht man völlig entkräftet ins Bett, nur um nach zu wenigen Stunden Schlaf direkt die nächsten beiden Runden Schach zu spielen!

Genau das ist vielen von uns passiert und es ist eine umso stärkere Leistung, dass wir als Mannschaft in Runde 3 immerhin 7/13 und Runde 4 sogar 8.5/13 Punkten geholt haben!
Und ich bin mir sicher, dass wir in der 4ten Runde 9.5/13 geholt hätten, wenn die Auslosung nicht unglücklicherweise Viktor gegen mich gelost hätte – die erste Vereinspaarung. Wir beide wollten spielen, denn für uns beide ging es um die Qualifikation und Endplatzierung beim Turnier. Die Partie ging zwar trotzdem Remis aus, aber sie war ziemlich spannend und eine wirklich wertvolle Spielerfahrung für uns beide!

Zwischenstand aus sportlicher Sicht

Es gab nach Runde 4 eine Reihe von Spielern mit 3/4 Punkten: Henrik, Oliver, Max, Malina, Nils und ich. Zu einem Schachturnier hat aber schon immer eine soziale Komponente dazugehört und diese war bei diesem Turnier endlich mal wieder gegeben!
Wir konnten zwischen den Runden ohne Maske quatschen, zusammen was Essen und Partien analysieren. Nachdem die BMM-Runden mehr Kommunikation und Orga drum herum waren, als wir Zeit am Brett und miteinander verbracht haben, war das eine schöne Abwechslung!

Aber nochmal zurück zu dem sportlichen Teil – Spielten Oliver und ich beide in der Gruppe B? Ja.
Hatten wir entgegengesetzte Farben in der 4ten Runde? Ja.
Hat uns das System in Runde 5 gegeneinander gelost? Auch Ja.
Das war die zweite und letzte Vereinspaarung des Turniers. Eigentlich wollte ich gegen den Schachfreund spielen der zu dem Zeitpunkt die Tabelle angeführt hatte. Aber diese Chance bekam ich in diesem Turnier nicht.

Auch diese Vereinspaarung wurde ausgekämpft, denn wir beide konnten noch ziemlich hoch platziert aus dem Turnier rauskommen im Falle eines Sieges. Am Ende wurde die Partie zu meinen Gunsten entschieden und ich gebe gerne einige Vereinspaarungen an andere ab, mir persönlich reichen 0 pro Turnier völlig aus!
Der Tabellenanführer der Gruppe B hatte in der letzten Runde Remis gespielt und erreichte damit 4 Punkte, genau wie ich und genau wie ein weiterer Spieler, sodass der Sieger der Gruppe B mittels Buchholz entschieden werden musste.
Ich habe die Buchholz entsprechend ausgerechnet und kam dabei auf den 2ten Platz. Für mich ein Riesenergebnis, denn gestartet war ich als vorletzter!

Siegerehrung DSAM Potsdam 2022

Ehe wir uns versahen saßen wir bei der Siegerehrung und räumten einen Preis nach dem anderen ab!

  1. In der Vereinswertung, wo die besten 4 Spieler jedes Vereins reingezählt wurden erreichten wir den 2ten Platz! Die gewonnenen 150 Euro Preisgeld dient einem erhöhten Startgeldzuschuss für alle Teilnehmer.
  2. Malina erreichte mit 3,5 Punkten nicht nur den 6ten Platz und qualifizierte sich für das Finale, sondern wurde zusammen mit Madiha Fock auch bestes Mädchen im gesamten Turnier!
Malina qualifiziert sich für das Finale und wird bestes Mädchen im Turnier
  1. Nils Mattiß, für den das ganze sein allererstes Turnier überhaupt war wurde 3. Platz in der Gruppe G! Herzlichen Glückwunsch zur Qualifikation zum Finale! Sein Beitrittsantrag zum SV Mattnetz Berlin liegt bereits bei unserem Vorsitzden auf dem Tisch!
Erstes Turnier für Nils – Platz 3 und easy qualifiziert für das Finale
  1. In der Gruppe A haben sich sowohl Henrik als auch Georg mit jeweils 3.5 und 3 Punkten zum Finale qualifiziert und zwar als 4rter und 5ter Platz haben sie ein richtig starkes Turnier gespielt und jeweils ca. 30 Elo und Dwz erkämpft!
Henrik Platz 4, Georg Platz 5 in der A-Gruppe
  1. Und letztlich in der Gruppe B nach meiner Partie gegen Oliver hatte er 3 Punkte was in vielen Fällen zu wenig für die Qualifikation ist, aber da Olivers Buchholz die beste im Turnier war, hat es doch noch gereicht! Und dann war es soweit, der zweite Platz wurde aufgerufen und überrascht stellte ich fest, dass nicht mein Name genannt wurde! Offenbar hatte ich mich verzählt bei der Buchholzberechnung um einen Punkt und es hat tatsächlich für den Turniersieg gereicht!
Die Top 3 der B-Gruppe
Jaroslaw gewinnt die B-Gruppe der DSAM Potsdam 2022

Mit viel Glück, aber auch in meinen Augen garnicht mal so schlechten Partien war das Ende des Turniers für mich perfekt und ich bin wirklich sehr auf das Finale gespannt, wo wir mit einer ordentlichen Gruppe Mattnetzer im August hinfahren werden:)

Ich habe mit absoluter Sicherheit nicht alle Preise benannt, die wir als Verein verdient haben, denn wir konnten damit fast den ganzen Tisch füllen. See for yourself.

So sehen Sieger aus!

Links und mehr zur DSAM

Weitere Bilder vom Turnier könnt ihr im Bilderarchiv finden.

Alles in allem war die DSAM-Vorrunde in Potsdam ein klasse organisiertes, super erfolgreiches Turnier, sowohl aus Vereinssicht, als auch aus der Sicht der meisten aller Teilnehmer in Hinblick auf die Einzelergebnisse.
Hoffentlich wird das zur neuen alten Normalität des Turnierschachs in naher und ferner Zukunft.

Das Jahr 2022 fing gut an, …

… zumindest für die Schachspieler und zwar mit dem 2. Berlin-Mitte Neujahrs-Schachfestival.

Den steigenden Infektionszahlen und der Absage von anderen Turnieren und Spieltagen der Mannschaftsmeisterschaften trotzend, fand vom 03.01. bis 06.01.2022 das 2. Berlin-Mitte Neujahrs-Open als 1. Teil des Neujahrs-Schachfestivals 2022 statt. Ausgerichtet wurde das Schachfestival vom Kultur und Sport Verein Berlin e.V., SV Rotation Berlin e.V. und SV Turbine Berlin e.V.

Der Flyer zum Neujahrs-Schachfestival 2022.

Hier noch ergänzend der Link zur Veranstalter-Seite

Teilnehmer Neujahrs Schachfestival SV Mattnetz Berlin e.V.

Beim Neujahrs-Open vom 03.01. bis 06.01.2022 waren auch 4 Spieler des SV Mattnetz Berlin e.V. dabei, in alphabetischer Reihenfolge:

  • Frank Dreke
  • Oliver Fartmann
  • Frank Hofmeister
  • Viktor Pererva
v.l.n.r.: Frank Dr., Viktor P., Oliver F., Frank H.
v.l.n.r.: Frank Dr., Viktor P., Oliver F., Frank H.


Beim Neujahrs-Schnellschach am 08.01.2022 wurde der SV Mattnetz Berlin e,V, durch Ralf Schnabel vertreten..

Veranstaltungsort und Spielbedingungen des Schachfestivals

Der Veranstaltungsort war, wie auch bereits beim 1. Schachfestival am Jahresanfang 2020 (2021 musste das Festival pandemiebedingt ausfallen) das Casino im Poststadion in der Lehrter Straße, unweit nördlich vom Berliner Hauptbahnhof.

Natürlich musste situationsbedingt die maximale Teilnehmerzahl gegenüber dem 1. Neujahrs-Schachfestival weiter begrenzt werden. Somit gab es ausreichend Platz zwischen den einzelnen Spieltischen.

Der Spielsaal im Casino Poststadion
Der Spielsaal im Casino Poststadion

An dieser Stelle auch noch einmal herzlichen Dank an die Organisatoren, dass sie sich gegen alle Widrigkeiten mit ganzer Kraft dafür eingesetzt haben, das angekündigte Turnier auch durchführen zu können.

Neben den allgemeinen Hygiene-Regeln (Abstand halten, Maske tragen etc.) mussten die Spieler und Offiziellen auch den 2G-Status nachweisen und ein negatives Testzertifikat vorlegen.

Um den Spielern und Offiziellen Lauferei und Zeit zu sparen, hatten die Veranstalter kurzfristig den Aufbau einer Teststation im Vorraum des Casinos organisiert. Dort konnte sich jeder Spieler jeden Tag kostenlos testen lassen.

Und die Ausrichter hatten auch an das leibliche Wohl der Teilnehmer gedacht. Speisen und Getränke wurden kostengünstig zur Verfügung gestellt, inkl. selbst zubereiteter Mittagsverpflegung.

Neujahrs Schachfestival aus Sicht unserer Teilnehmer

Beitrag von Frank Dreke (Open):

Franke Dreke während der Partie in Runde 7 gegen Christine Giebel
Frank Dreke in Runde 7

Mein Ziel bei Turnieren ist grundsätzlich, gegen nominell Schwächere zu gewinnen – da war ich “ganz früher” in der BMM und überhaupt eine “Bank” -, wenigstens nicht zu verlieren, sowie gegen Stärkere zumindest “richtige” Partien, d. h. solche von normaler Länge, zu spielen und dabei gebotene Chancen zu nutzen.
Das Allerwichtigste ist natürlich, grobe Fehler, die meist in Zeitnot passieren, zu vermeiden. Die wichtigste Binsenweisheit, denn durch solche werden schließlich die meisten Partien, nicht nur meine, entschieden.
Insofern war meine Bilanz insgesamt unbefriedigend!

Turnierverlauf 1. Hälfte

Nach einem sogenannten Pflichtsieg in der 1. Runde traf ich in der 2. auf den starken Sergej Krefenstein, spielte eine grundsätzlich schlechte Aljechin – Variante (die ich damit endgültig abgelegt habe) und geriet in ein Turmendspiel mit einem, später 2 Minus-Bauern das “eigentlich” nicht zu halten war.
Mein Gegner wählte aber erstaunlicher Weise einen grundsätzlich falschen Weg, wonach Remis nicht zu vermeiden war.
Eine nette Idee von ihm verschärfte das Spiel, das Ergebnis wäre aber dasselbe geblieben – wenn er nicht unbedingt hätte gewinnen wollen. So gewann ich mehr als glücklich, aber immerhin in einer sehr langen Partie.

In der 3. Runde eine zumindest viel zu schnelle Niederlage (25 Züge) gegen FM Michael Schulz. Diesmal durch taktische Fehler aus guter Stellung – Georg kann das bestätigen -, nachdem sich der Schwarzspieler eine Eröffnungsungenauigkeit geleistet hatte.
Die Erwartung eines etwas leichteren Gegners in der 4. Runde erfüllte sich nicht, denn ich bekam FM Hans-Joachim Vatter zugelost.
Schnelle Niederlage, nachdem ich durch Unwissenheit in eine schlechte Stellung geriet und eine gewisse Chance, mehr Schwierigkeiten zu machen, sozusagen nur zur Hälfte nutzte. Ich finde, unter Druck ist es besonders schwierig, gebotene Chancen wahrzunehmen, vielleicht nicht nur bei mir?

Turnierverlauf 2. Hälfte

Die 5. Runde bescherte mir Alexander Ließ, der bisher “normale” Ergebnisse hatte – gegen “Schwächere” gewonnen, gegen “Stärkere” verloren. Ich gehörte nominell zu ersteren, hatte mir aber einiges vorgenommen und wollte diese kleine schwarze Serie unbedingt durchbrechen. Daraus folgte eine unbegründet riskante Eröffnungs-Behandlung mit Weiß, wobei allerdings auch Unwissenheit eine Rolle spielte. Der geopferte Bauer, eine unangenehme “implizite Verpflichtung” nach John Nunn, zwang zu immer halsbrecherischem Spiel, das sicher abgewehrt wurde, womit die dritte Null hintereinander perfekt war.
In der vorletzten Partie erhielt ich, was nach den vorhergehenden Ergebnissen zu erwarten war, tatsächlich mit Schwarz einen vermeintlich wesentlich schwächeren Gegner, der außerdem nach eigenem Bekunden “30 Jahre kein Schach gespielt” hatte. Ich erreichte auch eine klare Gewinnstellung, die auf taktischem Weg zu realisieren war, zog aber im entscheidenden Moment zu schnell und war danach so entnervt, dass ich weitere Chancen, zumindest noch auf Gewinn zu spielen, ausließ und die Stellung zum Remis versandete. Das alte Lied – ein Fehler kommt selten allein.
In der letzten Runde gab es einen relativ leichten Weiß-Sieg, wobei ich aber auch taktische Möglichkeiten ausließ, die Partie schneller zu entscheiden.

Ergebnisübersicht von Frank Dreke beim Neujahrs-Schachfestival 2022

Fazit

Zumindest ein vernünftiger Abschluss und 50 % der Punkte. Aber, wie gesagt, das Ergebnis und wie es zustande kam war insgesamt nicht befriedigend, weil die oben erwähnten Ziele nicht erreicht wurden.
Das Turnier dagegen war sehr gut organisiert, sehr gut geleitet, und ich hatte es nur mit sympathischen Leuten zu tun, insofern also voll befriedigend. Dafür kann man allen Beteiligten nur sehr herzlich danken.

Oliver Fartmann (Open)

Oliver Fartmann grübelt in komplizierter Stellung in Runde 5 gegen Andreas Kuban
Oliver Fartmann in Runde 5
Ergebnisübersicht von Oliver Fartmann beim Neujahrs-Schachfestival 2022

Beitrag von Frank Hofmeister (Open)

Frank Hofmeister während seiner Partie in Runde 3 gegen Paul Oliver Kranz.
Frank Hofmeister in Runde 3

In erster Linie wollte ich natürlich mit Gleichgesinnten am Brett ernsthafte Partien bei normaler Bedenkzeit spielen. An zweiter Stelle stand selbstverständlich das Bestreben, schöne Partien zu spielen und möglichst keine Partien durch grobe Fehler wegzuschmeißen. Und schließlich wollte ich meinen Startranglistenplatz halten und insbesondere meine DWZ nicht verschlechtern, also wieder die ganz normalen Ziele.

Zum Turnierverlauf

In der Startrangliste lag ich mit Platz 20 knapp oberhalb der Mitte von 45 Spielern. Somit wurde mir in der 1. Runde ein Gegner vom unteren Ende der Startrangliste zugelost. Dies war ein Jugendlicher aus Nauen, also quasi von meinem aktuellen Meldeadresse um die Ecke. Mit ca. 400 DWZ-Punkten mehr war ich haushoher Favorit, konnte der Erwartung gerecht werden und mit einem Sieg in das Turnier starten.

In der 2. Runde waren die Vorzeichen entgegengesetzt. Meine Gegner kam aus Spandau also auch um die Ecke, war FM und hatte über 300 DWZ-Punkte mehr. Also war ich in der Außenseiterposition, kam schon aus der Eröffnung heraus in Nachteil und hatte nicht die Spur einer Chance.

Mein Gegner der 3. Runde war von der Papierform ca. 200 DWZ-Punkte schwächer als ich. Er spielte aber viel stärker, hatte in den ersten beiden Runden jeweils gegen Oliver und Viktor einen halben Punkt gesammelt. Gegen mich als 3. Mattnetzer konnte er den vollen Punkt ergattern, nachdem ich in lange ausgeglichener Stellung einen Fehler machte.

In der 4. und 5. Runde fand ich trotz zwischenzeitlicher Vorteile den Gewinnweg nicht und musste mich jeweils mit einem Unentschieden zufrieden geben. Damit hatte ich nur 2 Punkte aus 5 Partien und war damit recht unzufrieden.

In der 6. Runde wollte ich mich bei meiner Gegnerin für eine Niederlage beim DSAM-Finale 2019 revanchieren. Ich fühlte mich lange Zeit recht gut (was ich objektiv aber wohl nicht war), spielte dann aber ungenau und kam wieder unter die Räder.

So musste ich in der letzten Runde mit nur 2 aus 6 gegen den Setzranglisten-Letzten antreten. Dieser spielte etwas defensiv, was mich zu aggressiven Zügen provozierte. Letztlich übersah mein Gegner recht bald einen Figurenverlust und ich kam schnell in Vorteil und zum Sieg.

Fazit:

Somit kam ich in den 7 Runden zu 2 Pflichtsiegen und 2 Remisen gegen schwächere Gegner. Die andere 3 Partien verlor ich, teilweise recht blamabel. Dabei war von der Papierform nur der FM der 2. Runde deutlich favorisiert.

Mit Platz 29 nach Startrang 20 und einem Verlust von über 30 DWZ-Punkten war ich äußerst unzufrieden und frustriert über mein Abschneiden.

Ergebnisübersicht von Frank Hofmeister beim Neujahrs-Schachfestival 2022
Ergebnisübersicht von unserem Schatzmeister Frank H.

Viktor Pererva (Open)

Viktor Pererva in Runde 7 gegen FM Michael Schulz
Viktor Pererva in Runde 7
Ergebnisübersicht von Viktor Pereva beim Neujahrs-Schachfestival 2022
Alle Ergebnisse von Viktor auf einen Blick

Beitrag Ralf Schnabel (Schnellschach):

Da ich das 1. Berlin-Mitte Neujahrs-Schachfestival – Anfang des Jahres 2020 nahm ich an allen drei Veranstaltungen teil – in guter Erinnerung hatte, wollte ich auch in diesem Jahr wieder dabei sein.
Leider machte mir die Arbeit einen Strich durch die Rechnung, aber zumindest konnte ich am Samstag am Schnellturnier teilnehmen.
Das Turnier war mit 5 IM’s und 5 FM’s ordentlich besetzt; ich fand mich auf Startrang 9 ein.
Link zur Turnierseite auf chess-results

Es war schön, wieder ein paar Figuren in den Händen halten zu können und mit alten und jungen Freunden Neuigkeiten auszutauschen.
Mein Turnier lief recht gut, die jungen unterbewerteten Wilden konnte ich gerade noch im Zaum und mit den guten Leuten mithalten.
Am Ende landete ich einen Platz vor meinem Setzlistenplatz und mit 8 ELO-Punkten auf der Haben Seite.

Ergebnisübersicht von Ralf Schnabel beim Neujahrs-Schachfestival 2022
Ergebnisübersicht von Ralf Schnabel beim Neujahrs-Schachfestival 2022

Nach dem Turnier nahm ich Christian Syré mit nach Hause und wir ließen den Abend, gemeinsam mit unseren Frauen, beim Italiener, I Due Amici in Adlershof ausklingen.
Er hatte mich zwar im Turnier geschlagen – aber am Ende war ich wie immer vor ihm, sollten unsere besseren Hälften zu hören bekommen 😉

Nicht alle Turniere sind abgesagt

Vom 20.11.2021 bis 23.11.2021 fand in Undeloh in der Lüneburger Heide das 20. Senioren-Derby, ausgerichtet vom Förderkreis der Senioren im DSB, statt und ich war dabei.

Nachdem jetzt die Berichterstattung der deutlich interessanten WM beendet ist, möchte ich noch einen Bericht zum Senioren-Derby mit Euch teilen.

Nicht jeder wird schon von dem seit 2002 jährlich stattfindendem Senioren-Derby gehört haben. Also erläutere ich kurz das Senioren-Derby und die Zielgruppe.

Was ist das Senioren-Derby?

Das Senioren-Derby wird von Förderkreis der Senioren im DSB ausgerichtet. Dieser Förderkreis ist ein eigenständiger eingetragener Verein, der ärmeren Senioren durch finanzielle Unterstützung die Teilnahme an Schachturnieren ermöglicht und die Ausrichtung von Schachturnieren für Senioren unterstützt.  Wer mehr zum Förderkreis der Senioren im DSB wissen möchte, kommt hier zur Homepage des Förderkreises.

Das Senioren-Derby ist ein Jahrgangsturnier. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des DSB, die im betreffenden Jahr 60 Jahre (Männer) oder 55 Jahre (Frauen) alt werden.
Man kann also nur einmal im Leben am Senioren-Derby teilnehmen (und dieses gewinnen).

In früheren Jahren wurden alle entsprechenden Mitglieder vom Förderkreis persönlich angeschrieben. Der Aufwand dafür war aber enorm, zumal die dem DSB vorliegenden Kontaktdaten nicht immer aktuell sind und zwischenzeitlich auch der Datenschutz den Rückgriff auf die Mitgliedsdaten des DSB verhindert.

Daher gehen aktuell die Einladungen als Ausschreibungen an die Landesverbände zur Information Ihrer Mitglieder. Ferner wird über den DSB und bei Seniorenturnieren Werbung für das Senioren-Derby gemacht.

Informationsverbreitung zum Senioren-Derby

Bei mir war es aber nicht der Landesverband oder der Verein, über die ich die Info erhielt. Vielmehr hatte mich der aktuelle Präsident des Fördervereins der Senioren im DSB, Martin Sebastian aus dem Berliner Landesverband, bei der 37. offenen Berliner Senioren-Einzelmeisterschaft vom 08. bis 16.06.2021, zu der es auch einen Bericht auf unserer Homepage gibt (hier ist der Link), darauf angesprochen und die Ausschreibung verteilt. Nach einigen Tagen Bedenkzeit hatte ich mich dann angemeldet und mir eine Unterkunft im Spiellokal gebucht.

In den Vorjahren bis 2019 hatten in der Regel mehr als 40 Schachspielerinnen und Schachspieler am Senioren-Derby teilgenommen. Bei meinem Jahrgang gab es, vermutlich auf Grund der besonderen Umstände, nur 26 Anmeldungen. Da aber Pandemie-bedingt im Jahr 2020 kein Seniorenderby durchgeführt werden konnte, wurde dieses Jahr neben dem regulär durchgeführten diesjährigen Turnier parallel auch das Jahrgangsturnier des Vorjahres nachgeholt.

Veranstaltungsort und Spielbedingungen

Der Veranstaltungsort Undeloh ist ein kleiner Ort mitten in der Lüneburger Heide,
ca. 1 h Fußweg von der höchsten Erhebung der Lüneburger Heide, dem Wilseder Berg entfernt. Im Sommer ist die Heidelandschaft besonders schön und dieser Flecken Deutschlands von wandernden und Rad- oder Kutsche fahrenden Touristen hoch frequentiert. Kurz vor der Adventszeit hat die Landschaft auch noch einen gewissen Reiz und man kann dort die Natur und Ruhe genießen (was auch noch einige Gäste machten). Es ist natürlich aber kein Vergleich zur Sommerzeit.

Ich war ja aber nicht vorrangig zum Wandern durch die Natur angereist, sondern zu Duellen am Schachbrett. Die Betreiber des Undeloher Hofs hatten in Abstimmung mit dem Förderkreis bis zuletzt dafür gekämpft und das ihrige dazu beigetragen, trotz steigender Inzidenzen das Turnier durchführen zu können. Bei der Anreise wurde gewissenhaft das Vorliegen der benötigten Nachweise der Teilnehmer geprüft. Der Spielsaal im Undeloher Hof (eine Art Wintergarten) war den besonderen Umständen entsprechend hervorragend für die Turnierdurchführung hergerichtet (Einzeltische mit ausreichend Abstand etc.). Lediglich die Lichtverhältnisse waren etwas gewöhnungsbedürftig.

Der Wintergarten als Spielsaal
Der Spielsaal im Wintergarten des Undeloher Hofs


Und auch die Verpflegung und sonstige Betreuung des Turniers war vorbildlich.

Obstkörbe zur Selbstbedienung im Spielsaal


Der Turnierverlauf des Senioren-Derby

In erster Linie war mein Ziel, wieder ernsthafte Partien bei normaler Bedenkzeit am Brett mit Gleichgesinnten zu spielen. An zweiter Stelle stand natürlich das Bestreben, schöne Partien zu spielen und möglichst keine Partien durch grobe Fehler wegzuwerfen, wie es mir bei der Berliner Senioren-Einzelmeisterschaft unterlaufen war. Und schließlich wollte ich nach Möglichkeit meinen Startranglistenplatz nicht unterschreiten und auch meine DWZ nicht verschlechtern, also die üblichen Ziele.

Bei den zunächst angemeldeten 26 Spielern meines Jahrganges lag ich von der TWZ an 10. Stelle und stellte mich darauf ein, in der 1. Runde einen Gegner vom unteren Ende der Rangliste zugelost zu bekommen.


Runde 1

Von den angemeldeten 26 Spielern meines Jahrganges nahmen schließlich nur 16 teil. Dadurch rutschte ich auf den 5. Platz der Startrangliste vor, spielte demgemäß in der 1. Runde an Brett 5 und hatte entsprechend die Nr. 13 als Gegner. Da die TWZ meines Gegners mit 1537 ca. 350 geringer war als meine, war ich haushoher Favorit und ein Sieg meinerseits hoch erwartet.

In dieser Ausgangssituation ließ ich mich dazu verleiten, mit den schwarzen Figuren frühzeitig die Entwicklung zu vernachlässigen und einen Springer gegen einen Läufer tauschen zu wollen. Dies wiederum provozierte meinen Gegner, im 6. Zug diesen Läufer auf f7 zu opfern, meine Rochade zu zerstören und einen Angriff gegen meinen König zu starten (in der kurzen Analyse später sagte mein Gegner, dass er lieber diesen Angriff versuchen wollte, als sich langsam überspielen zu lassen). Da aber die Figuren meines Gegners auch nur bedingt entwickelt waren, konnte der Angriff nicht durchschlagen.

Runde 1 – Stellung nach 6. Lxf7

Ich hatte vermutlich nicht die besten Verteidigungs- und Entwicklungszüge gemacht und meinem Gegner die Chance gegeben, noch einen zweiten Bauern gegen die Figur zu bekommen. In seinem Drang, meinem König an den Kragen zu gehen oder zumindest Material zu gewinnen, ignorierte mein Gegner, dass ich zwischenzeitlich Gegendrohungen aufgebaut hatte und als nach meinem 11. Zug Damenverlust unvermeidlich war, gab mein Gegner auf. So war meine Partie nach ca. einer Stunde als erste beendet.


Runde 2

Nach dem Sieg in Runde 1 hatte ich in der 2. Runde einen Gegner vom oberen Ende der Startrangliste erwartet. Da aber an den anderen Brettern sich nicht immer die Favoriten durchsetzen konnten, hatte ich in der 2. Runde an Brett 4 nochmals einen Gegner aus dem hinteren Bereich der Setzrangliste. Einerseits war ich bei einer TWZ meines Gegners von 1581 wieder um ca. 300 Punkte besser und klarer Favorit. Andererseits hatte dieser schon in der 1. Runde als Außenseiter einen nach Papierform ca. 250 Punkte stärkeren Gegner bezwungen. Ich war also gewarnt.

Auch in der 2. Partie, diesmal mit den weißen Steinen, hatte ich nicht die besten Eröffnungszüge gemacht und mein Gegner leichten Ausgleich. In der Folge versuchte ich, meine Figuren vor einer Stellungsöffnung besser zu positionieren. Etwas erschwert wurde dies durch einen vorgerückten Zentrumsbauern meines Gegners.

Runde 2 – Stellung nach 14. … d4

In der Folge konnte ich dann meinerseits die Bauernstruktur auf dem Damenflügel weitgehend festlegen und einen Bauernsturm auf dem Königsflügel vorbereiten. Beim Versuch, dies zu verhindern, schwächte mein Gegner seine Königsstellung.

Runde 2 – Stellung nach 25. … Sg6

Nach weiterer Vorbereitung konnte ich dann den Bauernsturm mit Stellungsöffnung starten und damit hatte ich verschiedene Drohungen, bei denen mein Gegner innerhalb weniger Züge erst den Überblick, dann eine Figur und schließlich die Partie verlor.

Runde 2 – Stellung nach 29. f5

Somit konnte ich auch in der 2. Runde meiner Favoritenrolle gerecht werden und erfolgreich mit 2 Siegen in das Senioren-Derby starten.


Runde 3

In der 3. Runde hatte ich dann an Brett 1 den Startranglisten-Ersten mit TWZ 2217 als Gegner. Damit waren die Erwartungen diesmal genau umgedreht und ich war mit über 300 Punkte weniger krasser Außenseiter.

In der Eröffnung hatte ich mit Weiß wieder nicht die besten Züge gefunden und musste bei frühzeitigem Damentausch die Rochade aufgeben. Da mein Gegner zunächst nicht die stärksten Züge spielte, konnte ich die Partie bis zum 15. Zug noch im Gleichgewicht halten.

Runde 3 – Stellung nach 15. … Le7

Dann hat aber ein schlechterer Zug dazu geführt, dass ich einen Bauern geben musste, meine Figuren nicht mehr harmonierten und mein Gegner mich Zug um Zug überspielte. So gab ich dann schon vor der Zeitkontrolle den ungleichen Kampf auf.

Auch die 3. Runde verlief somit erwartungsgemäß. Nun galt es, die Niederlage abzuschütteln und weitere Punkte zur Ziel-Erreichung zu sammeln.


Runde 4

Die Runde 4 musste ich an Brett 3 wieder mit Schwarz bestreiten und hatte den an 3 gesetzten Teilnehmer mit TWZ 1991 als Gegner. Da ich ca. 100 Punkte weniger hatte, blieben mir eher Außenseiter-Chancen, die ich aber nutzen und mindestens eine Punkteteilung erreichen wollte.

Und wieder kam ich nicht gut aus der Eröffnung und musste lange um Ausgleich kämpfen. Die offene C-Linie konnte ich zunächst mit einer Figur stopfen, um den Entwicklungsvorsprung mit verdoppelten Türmen und Einbruch in meine Stellung nicht zur Geltung kommen zu lassen.

Runde 4 – Stellung nach 15. Tfc1

Im Bestreben, die Stellung möglichst schnell aufzureißen, um seine aktiveren Figuren besser zur Geltung zu bringen, verpasste mein Gegner den notwendigen Vorbereitungszug und ermöglichte mir einen Konter, wonach ich eine Figur erobern konnte.

Runde 4 – Stellung nach 18. a4

Danach war mein Gegner so von der Rolle, dass er eine weitere Figur einstellte und danach die Partie aufgab.

Somit hatte ich nach 4 Runden 3 Punkte bei 2 Gegnern aus den 3 ersten der Startrangliste, lag auf Rang 3 und war daher hoch zufrieden. Jetzt galt es, in der Erfolgsspur zu bleiben und nicht, wie kürzlich beim DSAM-Finale, einzubrechen.


Runde 5

Runde 5 bescherte mir dann an Brett 2 eine Gegnerin, gegen die ich vor einigen Jahren beim Turnier in Bargteheide ein schmeichelhaftes Remis erreichen konnte. Ich hatte schwarz und war mit einer etwas besseren TWZ leicht favorisiert und wollte auf Sieg spielen.

Auch diesmal wich ich bereits frühzeitig, schon im 2. Zug, von den üblicherweise gespielten Zügen ab. Ich machte es an dieser Stelle aber sehr bewusst, um einer bestimmten Variante auszuweichen und meine Gegnerin zu einer scharfen Variante mit frühem Damenausflug zu provozieren. Dies gelang mir dann auch, jedoch trat meine Gegnerin dann wieder den Rückzug an, um nicht in schwer kalkulierbare Verwicklungen zu geraten, auf die ich mich vorbereitet hatte. So hatte ich umgehend den Eröffnungsvorteil meiner Gegnerin ausgleichen können.

Runde 5 – Stellung nach 13. … Sc4

Da meine Gegnerin auch weiterhin eher vorsichtig spielte und nicht das Läuferpaar aufgeben wollte, begab sie sich in eine passive Verteidigungsposition. Es gelang mir aber nicht so recht, in nennenswerten Vorteil zu kommen. Vielmehr konnte sich meine Gegnerin durch Abtausch vom Druck entlasten und Ihrerseits das Läuferpaar erobern. Ich hatte aber weiterhin die aktiveren Figuren und Angriffsmarken, so dass ich Bauerngewinn drohte.

Runde 5 – Stellung nach 33. Lc1

Im Bestreben, dies bei schon fortgeschrittener Bedenkzeit zu verhindern, geriet meine Gegnerin auf Abwege, so dass ich letztlich einen ganzen Turm gewinnen konnte. In dieser Situation gab meine Gegnerin dann auf.

Runde 5 – Stellung nach 35. … Db7

Somit hatte ich 4 Siege aus 5 Partien und lag auf dem hervorragenden Platz 2.


Runde 6

In Runde 6 hatte ich, wieder am 2. Brett, aber diesmal mit Weiß, den aktuell Drittplatzierten mit TWZ 1813 als Gegner. Damit war ich vom Papier her favorisiert. Allerdings hatte mein Gegner dem Zweiten der Startrangliste ein Remis abringen können und ich musste wieder voll konzentriert sein, um nicht unter die Räder zu kommen.

Diesmal kam ich gut aus der Eröffnung und hatte nach 10 Zügen einen leichten Stellungsvorteil. Ich wollte, ähnlich der 2. Partie, auf dem Königsflügel angreifen, während mein Gegner schon mit den Damenflügel-Bauern am Marschieren war. Leider hatte ich mich kurzzeitig von meinen Plan etwas ablenken lassen und selbst einen überflüssigen Bauernzug am Damenflügel gemacht, wodurch mein Gegner unnötigerweise Gegenspiel bekam.

Runde 6 – Stellung nach 13. a3

Durch die gegenläufigen Angriffe und den Königen in der Mitte ergab sich eine scharfe Stellung, in der es schwer war, immer die besten Züge zu finden, so wechselten die Vorteile nahezu von Zug zu Zug, wobei ich längere Zeit die Vorteile wegen vermeintlich besser stehender Figuren auf meiner Seite gesehen hatte.

Runde 6 – Stellung nach 21. … Sxb4

Leider hatte ich dann aber in fortgeschrittener Bedenkzeit bei richtiger Idee die Zugreihenfolge falsch gewählt, so dass mein Gegner seine Schwachstellen flicken konnte und selbst die Initiative wieder übernehmen konnte. Und als ich dann noch die falsche Verteidigungsidee verfolgte, kippte die Partie zu meinen Ungunsten.

Runde 6 – Stellung nach 26. Ld2

Nachdem ich eine Qualität verlor, mein Gegner auch noch einen starken Freibauern hatte und m eine Situation hoffnungslos wurde, gab ich dann auf.

Damit blieb es nach 6 Partien leider bei den 4 Siegen, ich rutschte auf den 4. Platz ab und etwas enttäuscht war ich schon. Aber es bestand noch die Hoffnung, meine selbst gesteckten Ziele zu erreichen.


Runde 7

Die 7. und letzte Runde brachte mir am 2. Brett den vor mir liegenden Startranglisten-Zweiten mit einer TWZ von 2079 als Gegner. Bei knapp 200 Punkten weniger und dazu noch mit Schwarz hatte ich natürlich nur Außenseiter-Chancen.

Ich wählte nochmals die wenig gespielte Eröffnung der 5. Runde. Mein Gegner ließ sich aber nicht provozieren und machte sichere Entwicklungszüge. In der Folge bot ich einen Bauern an, dessen Schlagen mit der Dame mir Kompensation durch massives Gegenspiel ermöglicht hätte. Aber auch hier machte mein Gegner weitere Entwicklungszüge. Und als ich den Bauern weiter stehenließ, war er dann ohne ausreichende Kompensation zu nehmen.

Runde 7 – Stellung nach 12. … d6

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Gegner an den Nachbarbrettern bereits auf Friedensschlüsse geeinigt und ich bot bei noch etwas unklarer Stellung, aber schon hohem Zeitverbrauch meines Gegners meinerseits auch Remis an. Dieses akzeptierte mein Gegner, was unter den Randbedingungen (aktuelle Stellung, TWZ) doch etwas schmeichelhaft für mich war. Aber ich konnte mit dem Remis in der letzten Runde den 4. Platz im Senioren-Derby verteidigen.


Turnier-Fazit:

Ich konnte einerseits meinen Startlistenplatz halten (bzw. sogar knapp verbessern) und ebenso meine DWZ um über 20 Punkte verbessern, habe damit meine selbst gesteckten Ziele erreicht und bin mit dem Turnier grundsätzlich zufrieden. Dabei habe ich aber auch neue Erkenntnisse über meine Defizite gewonnen und will versuchen, diese Defizite mit entsprechendem Training zu verringern.

Siegerehrung – Kategoriepreise


Ergebnisübersicht Senioren-Derby

Die Ergebnisse des Senioren-Derbys sind über verschiedene Webseiten abrufbar. Hier ist der entsprechende Link zur Berichterstattung.