Für uns Berliner ist die DSAM in Magdeburg mit einer rapiden Anreise verbunden. Also ideale Bedingungen für eine gemeinsame Vereinsfahrt. So machten sich insgesamt 21 Mitglieder auf den Weg.
Für mich persönlich begann das Turnier holprig. Mein Kopf war voller lähmender Detailfragen, und die Partien fühlten sich schwer und träge an. In diesem Turnier rückten die Endspiele für mich besonders in den Mittelpunkt. Selbst vorteilhafte Stellungen waren für mich schwer zu verwerten.
Das Schönste an dieser Fahrt war jedoch das gemeinsame Abendessen mit anschließendem Songtitelraten und Schachtandem. Auf diese Weise lernte man viele Vereinsmitglieder besser kennen. Die entspannte Stimmung lockerte mein verbissenes Gemüt spürbar auf. So gelang mir am Ende doch noch ein versöhnlicher Abschluss. Jedoch zu spät. Am Ende gebe ich mit zwei aus fünf Punkten zufrieden. Viel wichtiger war ohnehin die schöne gemeinsame Zeit.
Für einen unserer Trainer wurde die Fahrt zu einer wertvollen neuen Erfahrung. Statt selbst zu spielen, konnte er sich ganz auf die Rolle als Beobachter, Trainer und Unterstützer konzentrieren. Ein wahrer Mentor also. So verfolgte er die Partien unseres Nachwuchses und der Jugendlichen aus nächster Nähe und konnte sehen, wie weit sie bereits sind. Die Nachwuchsarbeit so intensiv mitzuerleben war spannend und bereichernd, weil sonst sonst die erste Mannschaft in seinem Fokus steht.

Für eine Mutter, die zur Unterstützung ihrer Kinder mitgereist war, wurde das Wochenende zu einem eigenen kleinen Abenteuer. Kurz vor Turnierbeginn entschied sie sich spontan, beim Anfängerinnenturnier mitzuspielen. Eine ideale Gelegenheit für einen Turniereinstieg und ihr Vorwissen anzuwenden.
Ihre Partien waren abwechslungsreich und emotional. Ein großer Motivationsschub war ihr Sieg in der Auftaktpartie mit Weiß, der ersten überhaupt. In der dritten Runde konnte sie sogar das erlernte Treppenmatt anwenden. Zwischenzeitlich gab ihre Tochter wertvolle Tipps. Am Ende erreichte sie 2 aus 4 Punkten und landete damit genau in der goldenen Mitte. Beim nächsten Mal ist sie sicher wieder dabei, auch wenn der Puls zwischendurch höher stieg als bei einem Wettlauf.





